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Tunnelbrand als größtes Risiko: Feuerwehr probt den Ernstfall auf der A111
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von
Felix Waßmuth
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Veröffentlicht am:
11. November 2025 um 06:13
Ein brennendes Fahrzeug, starker Rauch und verletzte Personen – ein Tunnelbrand gilt als eines der gefährlichsten Szenarien im Straßenverkehr. „Sie sind in einem Tunnel, es brennt. Sie werden in Panik geraten“, beschreibt Ralph Brodel, Sprecher der Autobahn GmbH, die Situation. Gerade durch den dichten, schwarzen Rauch könne es extrem schnell zu lebensgefährlichen Rauchgasvergiftungen kommen.
Um für solche Lagen gerüstet zu sein, trainieren die Berliner Feuerwehr und die Autobahn GmbH zweimal jährlich in den Autobahntunneln der Hauptstadt. Am Montagabend fand eine dieser Übungen im Autobahntunnel Flughafen Tegel auf der A111 statt. Für den Autoverkehr war der Tunnel gesperrt, elf Dummy-Puppen wurden als Verletzte verteilt, ein Fahrzeug gezielt in Brand gesetzt. Weißer Theaternebel simulierte den Rauch, der im Ernstfall zur größten Herausforderung für Einsatzkräfte und Betroffene werden würde.
Hinter einer Absperrung beobachteten Mitarbeitende der Autobahn GmbH sowie ein externer Gutachter den Ablauf. Ziel ist es, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Im Ernstfall soll die Feuerwehr idealerweise nach spätestens 20 Minuten mit der Rettung der ersten Verletzten beginnen. Bei der Übung dauerte es jedoch fast 45 Minuten, bis die ersten Dummies aus dem Tunnel gebracht wurden.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Bei einem Brand rücken die Einsatzkräfte zunächst über den sogenannten Nebentunnel vor, die „saubere Röhre“, um sich selbst nicht zu gefährden. Die Rettung erfolgt anschließend in der verrauchten „dreckigen Röhre“. Schlechte Sicht, die Länge des Tunnels und schwere Atemschutzgeräte erschweren den Einsatz erheblich.
Unterstützung bieten technische Systeme wie Lüftungsanlagen, Boden- und Wandmarkierungen sowie Durchsagen aus der Tunnelleitzentrale. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Technik im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Nach rund vier Stunden endete die Übung. Die Autobahn GmbH zog ein überwiegend positives Fazit: Der Großteil der Technik habe wie vorgesehen gearbeitet. Kleinere Mängel, etwa einzelne Lampen mit falscher Leuchtstärke, würden zeitnah behoben. Der Austausch von Notfalltüren ist bereits für das kommende Jahr geplant.
Zum Abschluss richtet Brodel einen eindringlichen Appell an Autofahrende: „Das Wichtigste ist und bleibt: Ruhe bewahren.“ Wer in einem brennenden Tunnel stecken bleibt, sollte den Notruf betätigen, das Fahrzeug geordnet verlassen, die Türen schließen und den Markierungen zu den Notausgängen folgen. „Und dabei gilt immer: ruhig atmen.“
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Über den Autor
Felix Waßmuth ist als freier Journalist in der Metropolregion Berlin-Brandenburg tätig.
Er begleitet regelmäßig die dynamischen nächtlichen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten und dokumentiert das Geschehen für Medien und Öffentlichkeit.
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