- Nord- & Ostbrandenburg
- Demonstration
Bauernproteste gegen Mercosur-Abkommen: Staugefahr auf Autobahnen in Brandenburg und Norddeutschland
-
von
Felix Waßmuth
-
Veröffentlicht am:
6. Januar 2026 um 07:13
Am Donnerstag (8. Januar 2026) muss vor allem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Staus und Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet werden. Mehrere Bauernorganisationen und Initiativen rufen zu Protestaktionen an Autobahnauffahrten auf. In Brandenburg mobilisiert der Bauernbund Brandenburg. Parallel dazu plant der Verein „Land schafft Verbindung“ (LSV) Aktionen in mehreren Bundesländern.
Nach Angaben des Bauernbundes sollen die Proteste in Nordbrandenburg offiziell um 7 Uhr beginnen, die Ankunft der Landwirte ist bereits für 6 Uhr morgens vorgesehen. Geplant sind Aktionen an verschiedenen Auffahrten der Autobahnen A24, A19, A10 und A11.
Diese Autobahnauffahrten sind betroffen
- A10: Blumberg
- A11: Bernau, Wandlitz, Finowfurt, Werbellin, Chorin, Joachimsthal (Althüttendorf), Pfingstberg, Gramzow (Prenzlau), Schmölln (Penkun)
- A24: Putlitz, Meyenburg (Falkenhagen), Pritzwalk (Liebenthal), Herzsprung, Neuruppin (Dabergotz), Neuruppin-Süd, Fehrbellin, Kremmen
- A19: Wittstock
Autofahrern wird empfohlen, die betroffenen Bereiche möglichst zu meiden und mehr Zeit einzuplanen.
Proteste auch in anderen Bundesländern
Auch in Mecklenburg-Vorpommern rechnet die Polizei mit flächendeckenden Aktionen an Autobahnauffahrten. Nach Berichten des NDR wurden die ursprünglich mehrtägig geplanten Proteste nach Gesprächen mit dem Innenministerium auf Donnerstag zwischen 7 und 17 Uhr begrenzt.
In Sachsen wählt „Land schafft Verbindung“ einen anderen Ansatz: In Dresden ist ab 14 Uhr eine Kundgebung vor der Frauenkirche geplant. Anstelle großer Traktoren sollen dort symbolisch rund 300 kleine Tret-Traktoren aufgestellt werden. Ziel sei es, Kritik aus der Bevölkerung zu vermeiden, erklärte der Landesvorstand.
Sorge vor Wettbewerbsnachteilen
Auslöser der Proteste ist vor allem das geplante Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Viele europäische Landwirte befürchten dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile. Der Bauernbund Brandenburg kritisiert, heimische Betriebe würden einer Konkurrenz ausgesetzt, „die aufgrund geringerer sozialer und ökologischer Standards deutlich günstiger produzieren kann“.
Neben dem Freihandelsabkommen beklagen Landwirte auch steigende Energie- und CO₂-Kosten. Diese nähmen den Betrieben zunehmend „die Luft zum Atmen“, sagte Rüdiger Schulz, Vorstandsmitglied von LSV Mecklenburg-Vorpommern.
Bauernverband warnt vor Blockaden
Trotz inhaltlicher Nähe zu den Forderungen distanziert sich der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern von Autobahnblockaden. Verbandspräsident Karsten Trunk warnte davor, den gesellschaftlichen Rückhalt zu verspielen. Man setze stattdessen auf politischen Druck durch Gespräche und Gremienarbeit, stelle die Teilnahme an den Aktionen jedoch jedem Landwirt frei.
Die Proteste zeigen: Der Unmut in der Landwirtschaft über politische Rahmenbedingungen und internationale Handelsabkommen ist groß – und dürfte den Verkehr am Donnerstag spürbar beeinträchtigen.
- Sperrung
- Brandenburg
- Polizei
- Autobahn 10
- Mecklenburg-Vorpommern
- Demonstration
- Bauern
- Bauern-Demo
- Bernau
- Blumberg
- Joachimsthal
- Autobahn
- Verkehr
- Autobahn 11
- Autobahn 24
- Autobahn 19
- Wandlitz
- Finowfurt
- Werbellin
- Chorin
- Althüttendorf
- Pfingstberg
- Gramzow
- Prenzlau
- Penkun
- Schmölln
- Putlitz
- Meyenburg
- Falkenhagen
- Pritzwalk
- Liebenthal
- Herzsprung
- Neuruppin
- Dabergotz
- Neuruppin-Süd
- Fehrbellin
- Kremmen
- Wittstock
- Mercosur
Über den Autor
Felix Waßmuth ist als freier Journalist in der Metropolregion Berlin-Brandenburg tätig.
Er begleitet regelmäßig die dynamischen nächtlichen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten und dokumentiert das Geschehen für Medien und Öffentlichkeit.
Sagen Sie uns ihre Meinung
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.