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Geiselnahme in Berliner Supermarkt endet nach elf Stunden – SEK befreit Mitarbeiterin, Tatverdächtiger in U-Haft
Nach einer rund elfstündigen Geiselnahme in einem Supermarkt in der Hildburghauser Straße hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei am Samstagmorgen eine festgehaltene Mitarbeiterin befreit. Der bewaffnete 29-jährige Tatverdächtige wurde bei dem Zugriff mithilfe eines Distanzelektroimpulsgeräts (DEIG/Taser) überwältigt und anschließend festgenommen. Gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl wegen des Verdachts des erpresserischen Menschenraubes sowie weiterer Straftaten erlassen.
Die dramatische Tat begann am Freitagabend gegen 22 Uhr. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll der 29-jährige Deutsche eine Mitarbeiterin des Supermarktes unter Vorhalt eines Messers, unter Einsatz von Pfefferspray sowie Fesselungsmaterial in seine Gewalt gebracht haben. Die Frau erlitt dabei leichte Verletzungen. Anschließend soll der Mann verschiedene Forderungen gestellt und unter anderem die Herausgabe von Bargeld verlangt haben.
Zeugen alarmierten die Polizei, woraufhin ein Großaufgebot an Einsatzkräften zur Hildburghauser Straße ausrückte. Neben zahlreichen Streifenwagen waren auch Feuerwehr, Notarzt, Verhandlungsgruppe und Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamts im Einsatz. Bereitschaftspolizisten sperrten den Bereich weiträumig ab, während sich SEK-Beamte vor dem Eingang des Supermarktes positionierten. Zudem sicherten Präzisionsschützen die Lage von umliegenden Dächern.
Während der gesamten Nacht standen speziell ausgebildete Verhandlungsführer in engem Kontakt mit dem Tatverdächtigen und versuchten, die Situation ohne Gewalt zu beenden. Für Anwohner bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Gefahr.
Da die Verhandlungen schließlich keine Lösung brachten, entschieden sich die Einsatzkräfte am Samstagmorgen gegen 9.20 Uhr zum Zugriff. Nach Angaben der Polizei kam dabei ein Distanzelektroimpulsgerät zum Einsatz. Der Mann konnte überwältigt und die Geisel befreit werden. Sowohl die Frau als auch der Tatverdächtige wurden anschließend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der Beschuldigte erlitt leichte Verletzungen, die Mitarbeiterin stand nach ihrer Befreiung unter Schock.
Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler nicht von einer persönlichen Beziehung zwischen Täter und Opfer aus. Vielmehr wird geprüft, ob der Mann psychisch beeinträchtigt gewesen sein könnte. Die Ermittlungen führt die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin.
Der 29-Jährige wurde am Sonntag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des erpresserischen Menschenraubes, der versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung sowie der gefährlichen Körperverletzung und setzte ihn in Vollzug. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.
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