-
- Chemische Reaktion in Hostel
- Friedrichshain-Kreuzberg
Chemie-Alarm! 41 Menschen betroffen – Einsatzkräfte im Vollschutz im Einsatz
Schon beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war klar: Hier handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Rettungsdiensteinsatz. Mehrere Personen hatten nach der chemischen Reaktion Beschwerden entwickelt. Die Feuerwehr musste deshalb nicht nur die betroffenen Menschen versorgen, sondern zunächst auch klären, welcher Stoff freigesetzt worden war und welche Gefahr von ihm ausging.
CBRN-Alarm
Für solche Einsatzlagen hält die Berliner Feuerwehr speziell ausgebildete Kräfte und besondere Fahrzeuge vor. Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten CBRN-Einheiten.
Die Abkürzung CBRN steht für „Chemisch, Biologisch, Radiologisch und Nuklear“. Gemeint sind Einsatzlagen, bei denen gefährliche chemische, biologische, radioaktive oder nukleare Stoffe freigesetzt worden sein könnten.
Bei einem solchen Einsatz gelten andere Bedingungen als bei einem normalen Brand oder einer technischen Hilfeleistung. Die Einsatzkräfte müssen zunächst verhindern, selbst mit möglicherweise gefährlichen Stoffen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig müssen die unbekannten Substanzen möglichst schnell identifiziert, gesichert und aus dem Gefahrenbereich entfernt werden.
Genau deshalb kamen an der Boxhagener Straße auch speziell der speziell ausgerüstete Abrollcontainer "CBRN" zum Einsatz.
Einsatzkräfte in Vollschutzanzügen
Während sich die meisten Einsatzkräfte außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs aufhielten, gingen Spezialisten in gasdichten Vollschutzanzügen in das Dachgeschoss vor.
Diese Schutzanzüge dienen dazu, die Feuerwehrleute möglichst vollständig von der Umgebung abzuschirmen. Zusammen mit umluftunabhängigem Atemschutz können sie dadurch auch in Bereiche vordringen, in denen unbekannte oder gesundheitsschädliche Stoffe vorhanden sein könnten.
Für die Einsatzkräfte bedeutet das allerdings auch eine erhebliche körperliche Belastung. Die Anzüge schützen zwar vor den gefährlichen Stoffen, erschweren aber gleichzeitig Bewegungen und Wärmeabgabe. Deshalb werden solche Arbeiten möglichst gezielt und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt.
Mobile Dekontamination aufgebaut
Parallel zu den Maßnahmen im Gebäude wurde eine mobile Dekontaminations-Station eingerichtet.
Die Dekontamination – kurz „Dekon“ – ist ein wichtiger Bestandteil solcher Gefahrstoffeinsätze. Sie soll verhindern, dass gefährliche Stoffe aus dem eigentlichen Gefahrenbereich verschleppt werden.
Dabei können Einsatzkräfte, Schutzkleidung und gegebenenfalls betroffene Personen kontrolliert gereinigt beziehungsweise von anhaftenden Gefahrstoffen befreit werden. Die genaue Vorgehensweise hängt dabei vom jeweiligen Stoff und der konkreten Einsatzlage ab.
Dass eine solche Dekontaminationsmöglichkeit aufgebaut wurde, zeigt, wie vorsichtig die Feuerwehr mit der zunächst unbekannten Lage umgehen musste.
Unbekannte Chemikalien werden gesichert
Im Dachgeschoss konzentrierten sich die Spezialkräfte schließlich auf die Quelle der chemischen Reaktion. Die zunächst unbekannten Stoffe wurden gesichert und unter besonderen Schutzmaßnahmen aus dem Gebäude gebracht.
Dafür kamen luftdichte Fässer beziehungsweise geeignete Behältnisse zum Einsatz. Die Chemikalien wurden darin verschlossen und anschließend ins Freie transportiert.
Für die Feuerwehr geht es bei solchen Maßnahmen nicht allein darum, einen Stoff möglichst schnell aus einem Gebäude zu bekommen. Vielmehr muss verhindert werden, dass Einsatzkräfte oder weitere Personen mit dem Stoff in Kontakt kommen oder dieser während des Transports erneut austritt.
41 Menschen werden gesichtet
Während des Einsatzes kümmerten sich die Rettungskräfte um die Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Hostel befanden.
Nach Angaben eines Sprechers der Berliner Feuerwehr wurden insgesamt 41 Betroffene gesichtet. Bei mehreren Personen kam es zu Beschwerden im Bereich der Atemwege. Eine Frau wurde als leicht verletzt eingestuft und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Für die Einsatzkräfte bedeutete das einen erheblichen Koordinationsaufwand: Während Spezialkräfte die Gefahrenquelle erkundeten und sicherten, mussten gleichzeitig die betroffenen Personen medizinisch beurteilt und versorgt werden.
Offenbar Reinigungsmittel miteinander vermischt
Nach ersten Erkenntnissen dürfte der Vorfall auf einen unsachgemäßen Umgang mit Reinigungschemikalien zurückzuführen sein.
Offenbar waren zwei Stoffe miteinander in Kontakt beziehungsweise vermischt worden, die nicht gemeinsam verwendet werden dürfen. Durch die daraus entstandene chemische Reaktion wurden reizende Gase freigesetzt.
Solche Reaktionen können je nach verwendeten Substanzen gesundheitsschädliche Dämpfe oder Gase erzeugen. Bereits vergleichsweise geringe Mengen können dabei insbesondere die Atemwege reizen.
Was genau miteinander reagierte und unter welchen Umständen es zu der Vermischung kam, muss noch abschließend geklärt werden.
Feuerwehr bleibt bis zum Nachmittag vor Ort
Auch nachdem die unmittelbare Gefahrenquelle beseitigt war, konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle nicht sofort wieder verlassen.
Das Gebäude musste über einen längeren Zeitraum belüftet und kontrolliert werden. Gerade bei einer unbekannten chemischen Reaktion reicht es nicht aus, die sichtbare Ursache zu entfernen. Die Einsatzkräfte müssen anschließend sicherstellen, dass sich keine gefährlichen Konzentrationen von Stoffen oder Reaktionsprodukten mehr in der Raumluft befinden.
Die Einsatzmaßnahmen zogen sich deshalb bis in den Nachmittag hinein.
Während des Großeinsatzes blieb die Boxhagener Straße vollständig gesperrt. Im Bereich der Einsatzstelle sorgten zahlreiche Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie die Spezialfahrzeuge für ein entsprechend großes Aufgebot.
Erst nachdem die Maßnahmen der Feuerwehr abgeschlossen und die betroffenen Bereiche ausreichend kontrolliert und belüftet worden waren, konnte die Einsatzstelle wieder freigegeben werden.
Zuletzt aktualisiert:Weitere Nachrichten
- Brandstiftung?
- Marzahn-Hellersdorf
Drei Fahrzeuge in Hellersdorf ausgebrannt – zwei weitere beschädigt
- Brand im Keller
- Charlottenburg-Wilmersdorf
Brand in Keller in Charlottenburg schnell gelöscht
- 🔥 Heißes Thema
- BVG-Bus kollidiert mit Baum
- Neukölln
Schwerer Busunfall in Britz: 15 Verletzte nach Kollision mit Baum
- Brand im Keller
- Marzahn-Hellersdorf
Kellerbrand in der Zimmermannstraße sorgt für Feuerwehreinsatz in Biesdorf
- KFZ in Brand
- Marzahn-Hellersdorf
Fahrzeugbrand in Hellersdorf: Opel Insignia brennt komplett aus
- Schwere Kollision bei Altlandsberg
- Altlandsberg
Wohnmobil kippt nach Kollision bei Altlandsberg auf die Seite – drei Verletzte
- Handgranaten gefunden
- Friedrichshain-Kreuzberg
Explosiver Fund in Friedrichshain: Zwölf scharfe Handgranaten in Lagerbox entdeckt
- Kind getötet?
- Lichtenberg
Doch kein Tötungsdelikt in Berlin-Lichtenberg? 65-Jähriger löst Großeinsatz aus
- Brand an Umspannwerk
- Mitte
Brand an Umspannwerk in Berlin-Tiergarten – Ermittler gehen von technischem Defekt aus
- Chemische Reaktion in Hostel
- Friedrichshain-Kreuzberg
Chemie-Alarm! 41 Menschen betroffen – Einsatzkräfte im Vollschutz im Einsatz
- KFZ in Brand
- Treptow-Köpenick
VW geht in Altglienicke in Flammen auf – schwieriger Feuerwehreinsatz
- Fahrerin in Fahrzeug eingeklemmt
- Marzahn-Hellersdorf
Sagen Sie uns ihre Meinung
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.