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Polizei bewacht kritische Infrastruktur nach Anschlagsdrohung auf Stromversorgung in Marzahn-Hellersdorf
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von
Felix Waßmuth
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Veröffentlicht am:
8. Januar 2026 um 17:30
Drohschreiben kurzzeitig auf Indymedia veröffentlicht
Eine der unter dem Namen „Vulkangruppen“ auftretenden Gruppierungen hat einen erneuten Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin angekündigt. Das entsprechende Schreiben wurde am Donnerstag kurz nach Mitternacht auf dem linksextremistischen Portal „Indymedia“ veröffentlicht, später jedoch wieder gelöscht. Ob das Schreiben authentisch ist, blieb zunächst unklar.
In dem Text heißt es, man habe „die Stromzufuhr zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit einem Zeitzünder versehen“. Unterzeichnet ist das Schreiben mit „Viva la Vulkangruppen“. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Drohung ernst zu nehmen ist.
Ungewöhnlich ist die Veröffentlichung konkreter Anschlagsankündigungen auf Indymedia. Üblicherweise werden dort vor allem Bekennerschreiben oder Berichte über bereits durchgeführte Aktionen veröffentlicht. Auch dies könnte ein Grund für die spätere Löschung des Beitrags sein.
Polizei bewacht kritische Infrastruktur in Marzahn-Hellersdorf
Nach der erneuten Drohung bewachte die Polizei vorsorglich die kritische Infrastruktur in Marzahn-Hellersdorf. Gemeinsam mit dem Stromnetzbetreiber wurden relevante Bereiche überprüft, ohne dass Auffälligkeiten festgestellt wurden.
So sichern Einsatzkräfte der Hunderschaft bspw. die Brücke an der Eisenacher Straße, die Marzahn mit Hellersdorf verbindet.
Dutzende Anschläge seit 2011 zugerechnet
Nach Einschätzung der Polizei werden den sogenannten Vulkangruppen seit 2011 rund ein Dutzend Anschläge auf Kabelschächte und die Stromversorgung zugerechnet. Zu den bekanntesten Fällen zählen der Anschlag auf das Tesla-Werk in Grünheide im Jahr 2024 sowie ein Angriff auf die Stromversorgung in Treptow-Köpenick im September vergangenen Jahres.
Auch der Brandanschlag in Lichterfelde wird dem linksextremistischen Spektrum zugerechnet. Fest steht aus Sicht der Sicherheitsbehörden: Sämtliche bekannten Gruppen unter dem Namen „Vulkangruppen“ sowie die mutmaßlichen Täter der genannten Anschläge gelten als linksextremistisch. Gleichzeitig gilt die Szene als stark fragmentiert und heterogen.
Behörden bleiben wachsam
Ob es sich bei der jüngsten Drohung um eine ernstzunehmende Gefährdung oder um ein reines Bekennerschreiben ohne konkrete Grundlage handelt, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei betont, alle Hinweise sorgfältig zu prüfen und bei Bedarf weitere Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur zu ergreifen.
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Über den Autor
Felix Waßmuth ist als freier Journalist in der Metropolregion Berlin-Brandenburg tätig.
Er begleitet regelmäßig die dynamischen nächtlichen Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten und dokumentiert das Geschehen für Medien und Öffentlichkeit.
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