Immer wieder Feuer, immer wieder rückt die Feuerwehr aus: Zwei Hochhäuser an der Waldsassener Straße werden seit Wochen von einer regelrechten Brandserie erschüttert. Zehn Brände wurden seit dem 7. August registriert – die Polizei geht inzwischen von einem Serienzusammenhang und vorsätzlich gelegten Bränden aus.
Was zunächst wie eine Reihe einzelner Vorfälle wirken konnte, hat inzwischen eine andere Dimension erreicht. In den beiden 15-geschossigen Wohnhäusern brannte es in Kellern, Treppenhäusern und immer wieder in Aufzügen. Die Ermittler haben zu allen zehn Fällen Verfahren eingeleitet. Einen konkreten Tatverdächtigen gibt es bislang allerdings nicht.
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Immer wieder lodern Flammen
Besonders häufig traf es das Gebäude mit der Hausnummer 38. Neun der zehn bislang bekannten Brandereignisse ereigneten sich dort. Lediglich ein Brand wurde im Nachbarhaus Nummer 36 registriert. Dort brannte am 13. August gegen 11 Uhr ein Kellerverschlag.
Die Polizei zählt insgesamt drei Kellerbrände, zwei Brände in Treppenhäusern und fünf Brände in Aufzügen.
Gerade die Aufzugbrände sorgen für Unruhe. Nach Angaben der Polizei wurden diese Fälle als Sachbeschädigung durch Inbrandsetzen, teilweise als Versuch, eingestuft. Die Brände wurden jeweils zeitnah entdeckt.
Die Ermittler sind inzwischen überzeugt, dass die Häufung kein Zufall sein dürfte. Aufgrund der zeitlichen und örtlichen Nähe wird von einem Serienzusammenhang ausgegangen.
Feuerwehr mehrfach im Großeinsatz
Am 15. August beispielsweise meldeten Anwohner gegen 22 Uhr eine massive Verrauchung aus dem Keller eines der Hochhäuser. Die Feuerwehr stellte vor Ort eine erhebliche Rauchentwicklung fest und forderte weitere Kräfte nach.
Das Feuer konnte zwar schnell unter Kontrolle gebracht werden – der Rauch hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits im Gebäude ausgebreitet. Die Einsatzkräfte mussten deshalb sämtliche Etagen kontrollieren. Mit einem Drucklüfter wurde das Treppenhaus anschließend entraucht. Während des Einsatzes stellte die BVG einen Bus als Aufenthaltsmöglichkeit für die Bewohner zur Verfügung.
Schon wieder Rauch im Keller eines Hochhauses in Marienfelde: Am Sonntagabend rückte die Berliner Feuerwehr zu einem Kellerbrand in einem 14-geschossigen Gebäude an der Waldsassener Straße aus. Dichter Rauch hatte sich im gesamten Haus ausgebreitet – die Einsatzkräfte mussten deshalb Etage für Etage kontrollieren. Bereits zwei Tage zuvor soll es in dem Gebäude schon einmal im Keller gebrannt haben.
Felix Waßmuth
16. August 2026 um 20:48
Nur wenige Tage später erneut Feuer.
Am 23. August wurden die Einsatzkräfte gegen 20 Uhr wieder zu dem Wohngebäude alarmiert. Diesmal brannte es im Erdgeschoss. Feuerwehrleute gingen unter Atemschutz vor und bekämpften die Flammen mit einem C-Strahlrohr. Nach rund 35 Minuten war der Brand unter Kontrolle.
Und damit nicht genug: Bereits am darauffolgenden Montagabend musste die Feuerwehr erneut anrücken. In einem Aufzug brannte eine geringe Menge Papier.
Bewohner leben mit der Angst vor dem nächsten Feuer
Die wiederholten Brände sorgen inzwischen für Verunsicherung unter den Bewohnern. Innerhalb weniger Wochen mussten die Einsatzkräfte immer wieder zu denselben Hochhäusern ausrücken.
Was zunächst nach einzelnen kleineren Feuern aussah, hat sich mittlerweile zu einer Serie entwickelt, die auch die Polizei auf den Plan gerufen hat.
Am 30. August waren erneut Polizeikräfte vor Ort. Dabei wurden Spuren gesichert. Die Ermittler hoffen, durch die Auswertung des gesicherten Materials Hinweise auf den oder die Verantwortlichen zu erhalten.
Polizei spricht von vorsätzlichen Bränden
Nach Angaben der Polizei werden die Ermittlungen wegen vorsätzlich gelegter Brände geführt. Zu allen zehn Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.
Noch gibt es jedoch keinen konkreten Tatverdächtigen.
Welche weiteren Maßnahmen die Polizei zur Aufklärung und Verhinderung neuer Brände ergriffen hat, bleibt vorerst offen. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen macht die Polizei dazu aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben.
Fest steht lediglich: Mit der Hausverwaltung DeGeWo findet ein regelmäßiger Austausch statt. Der Sicherheitsdienst im Bereich der beiden Häuser wurde bereits verstärkt.
Schaden geht in die Zehntausende
Auch finanziell hinterlässt die Brandserie deutliche Spuren. Allein aufgrund der Brände in den Kellerräumen geht die Polizei von einem Sachschaden im fünfstelligen Bereich aus.
Die Schäden an den dauerhaft nutzbaren Aufzügen seien dagegen gering.
Bei den zehn Bränden wurde bislang eine Person verletzt beziehungsweise vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht. Der Vorfall ereignete sich am 15. August. Die Person konnte kurze Zeit später wieder entlassen werden.
Weitere Verletzte gab es nach Angaben der Polizei nicht.
Wer steckt hinter der Brandserie?
Die entscheidende Frage bleibt damit unbeantwortet: Wer steckt hinter den Bränden in den Marienfelder Hochhäusern?
Die Polizei wertet derzeit die gesicherten Spuren aus. Ein konkreter Tatverdacht besteht bislang nicht.
Für die Bewohner dürfte deshalb vor allem eine Frage bleiben: Wann hört das endlich auf?
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