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Feuerteufel hält Marienfelder Hochhäuser in Atem – Polizei ermittelt wegen Brandserie

Polizist mit schwarzer Uniform und gelben Details trägt zwei braune Beweismittel-Tüten vor einem Hauseingang mit der Nummer 38.
© / D1strict.Media

Was zunächst wie eine Reihe einzelner Vorfälle wirken konnte, hat inzwischen eine andere Dimension erreicht. In den beiden 15-geschossigen Wohnhäusern brannte es in Kellern, Treppenhäusern und immer wieder in Aufzügen. Die Ermittler haben zu allen zehn Fällen Verfahren eingeleitet. Einen konkreten Tatverdächtigen gibt es bislang allerdings nicht.

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Immer wieder lodern Flammen

Besonders häufig traf es das Gebäude mit der Hausnummer 38. Neun der zehn bislang bekannten Brandereignisse ereigneten sich dort. Lediglich ein Brand wurde im Nachbarhaus Nummer 36 registriert. Dort brannte am 13. August gegen 11 Uhr ein Kellerverschlag.

Die Polizei zählt insgesamt drei Kellerbrände, zwei Brände in Treppenhäusern und fünf Brände in Aufzügen.

Drei Feuerwehrleute in Schutzkleidung und Helmen stehen vor einem Gebäude hinter Absperrband. © / D1strict.Media

Gerade die Aufzugbrände sorgen für Unruhe. Nach Angaben der Polizei wurden diese Fälle als Sachbeschädigung durch Inbrandsetzen, teilweise als Versuch, eingestuft. Die Brände wurden jeweils zeitnah entdeckt.

Die Ermittler sind inzwischen überzeugt, dass die Häufung kein Zufall sein dürfte. Aufgrund der zeitlichen und örtlichen Nähe wird von einem Serienzusammenhang ausgegangen.

Feuerwehr mehrfach im Großeinsatz

Am 15. August beispielsweise meldeten Anwohner gegen 22 Uhr eine massive Verrauchung aus dem Keller eines der Hochhäuser. Die Feuerwehr stellte vor Ort eine erhebliche Rauchentwicklung fest und forderte weitere Kräfte nach.

Rauch steigt im Eingangsbereich eines Gebäudes auf, Feuerwehrleute in Schutzkleidung bereiten Schläuche und Ausrüstung vor. © / D1strict.Media

Das Feuer konnte zwar schnell unter Kontrolle gebracht werden – der Rauch hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits im Gebäude ausgebreitet. Die Einsatzkräfte mussten deshalb sämtliche Etagen kontrollieren. Mit einem Drucklüfter wurde das Treppenhaus anschließend entraucht.
Während des Einsatzes stellte die BVG einen Bus als Aufenthaltsmöglichkeit für die Bewohner zur Verfügung.

Felix Waßmuth
16. August 2026 um 20:48

Nur wenige Tage später erneut Feuer.

Am 23. August wurden die Einsatzkräfte gegen 20 Uhr wieder zu dem Wohngebäude alarmiert. Diesmal brannte es im Erdgeschoss. Feuerwehrleute gingen unter Atemschutz vor und bekämpften die Flammen mit einem C-Strahlrohr. Nach rund 35 Minuten war der Brand unter Kontrolle.

Und damit nicht genug: Bereits am darauffolgenden Montagabend musste die Feuerwehr erneut anrücken. In einem Aufzug brannte eine geringe Menge Papier.

Feuerwehrmann in Schutzkleidung und Helm trägt Rauchschutzvorhang vor einem Gebäude mit offenem Eingang und gelbem Schlauch auf dem Boden. © / D1strict.Media

Bewohner leben mit der Angst vor dem nächsten Feuer

Die wiederholten Brände sorgen inzwischen für Verunsicherung unter den Bewohnern. Innerhalb weniger Wochen mussten die Einsatzkräfte immer wieder zu denselben Hochhäusern ausrücken.

Was zunächst nach einzelnen kleineren Feuern aussah, hat sich mittlerweile zu einer Serie entwickelt, die auch die Polizei auf den Plan gerufen hat.

Polizistin sichert Beweise im Hauseingang eines Wohngebäudes mit roter Fassade und grauem Türrahmen © / D1strict.Media

Am 30. August waren erneut Polizeikräfte vor Ort. Dabei wurden Spuren gesichert. Die Ermittler hoffen, durch die Auswertung des gesicherten Materials Hinweise auf den oder die Verantwortlichen zu erhalten.

Polizei spricht von vorsätzlichen Bränden

Nach Angaben der Polizei werden die Ermittlungen wegen vorsätzlich gelegter Brände geführt. Zu allen zehn Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.

Noch gibt es jedoch keinen konkreten Tatverdächtigen.

Welche weiteren Maßnahmen die Polizei zur Aufklärung und Verhinderung neuer Brände ergriffen hat, bleibt vorerst offen. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen macht die Polizei dazu aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben.

Fest steht lediglich: Mit der Hausverwaltung DeGeWo findet ein regelmäßiger Austausch statt. Der Sicherheitsdienst im Bereich der beiden Häuser wurde bereits verstärkt.

Schaden geht in die Zehntausende

Auch finanziell hinterlässt die Brandserie deutliche Spuren. Allein aufgrund der Brände in den Kellerräumen geht die Polizei von einem Sachschaden im fünfstelligen Bereich aus.

Die Schäden an den dauerhaft nutzbaren Aufzügen seien dagegen gering.

Vier Feuerwehrleute in Schutzkleidung und teils mit Atemschutzmasken stehen in einem verrauchten Hof, einer hält eine Taschenlampe, im Hintergrund ein Feuerwehrfahrzeug und Schläuche. © / D1strict.Media

Bei den zehn Bränden wurde bislang eine Person verletzt beziehungsweise vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht. Der Vorfall ereignete sich am 15. August. Die Person konnte kurze Zeit später wieder entlassen werden.

Weitere Verletzte gab es nach Angaben der Polizei nicht.

Wer steckt hinter der Brandserie?

Die entscheidende Frage bleibt damit unbeantwortet: Wer steckt hinter den Bränden in den Marienfelder Hochhäusern?

Die Polizei wertet derzeit die gesicherten Spuren aus. Ein konkreter Tatverdacht besteht bislang nicht.

Für die Bewohner dürfte deshalb vor allem eine Frage bleiben: Wann hört das endlich auf?

Zuletzt aktualisiert: 2. September 2026 um 18:11

Sagen Sie uns ihre Meinung

Ich bin Tanja Liedtke aus dem 13.Stock ,und ich habe wirklich richtig Angst. Ich habe sowas noch nie erlebt. Bitte helfen sie uns!!!

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